Salz-Geschichte am Heeseberg
„Um 1900 wurde auf dem etwa 30 Kilometer nördlich des Harzes gelegenen Asse-Heeseberg-Höhenzug mit dem Salzbergbau begonnen. Insgesamt drei Schachtanlage wurden damals angelegt. Die Schachtanlage Asse II ist die einzige, die auch heute noch zugänglich ist. Die beiden anderen Schachtanlagen Asse I und Asse III sind bereits „abgesoffen“ und mussten aufgegeben werden.“
Dieser Hinweis entstammt der Website der Bundesanstalt für Strahlenschutz. Der Heeseberg ist bisher öffentlich noch nicht mit Asse II in Verbindung gebracht geworden, höchstens in Fachgesprächen durch Geologen. Die geologische Entwicklung dieser Landschaft ist gut in einer Broschüre des „Femo“ nachzulesen: „Von der Salzwiese zum Steppenrasen, Erlebnispfad Heeseberg, Großes Bruch, Hünenburg“.
Eine echte Beziehung zu den Asse-Schächten besteht durch die Absicht aus der Zeit kurz nach der 1900 Jahrhundertwende, am Heeseberg ebenfalls ein Salzbergwerk abzuteufen. Hierzu dieser Text von einem bisher noch unbekannten Autor:
Salzbergwerk bei Jerxheim
„Kurz nach der letzten Jahrhundertwende erwarb ein Finanzkonsortium das – laut dem Bergrecht dem braunschweigischen Staat zustehende – Mutungsrecht auf Kalisalze in der Jerxheimer Feldmark. Da das dortige Gelände zu den Triasbildungen gehörte, schloss man, dass unter den Buntsandstein-, Gips- und Anhydrit-Lagern sich auch ein Salzgebirge anfinden werde.
Im Jahre 1910, in dem das Mutungsrecht mit Option auf spätere Abbaurechte endete, bestätigten vorgenommene Probebohrungen die aus Erfahrung gewonnene Meinung. U.a. fanden sich bei Watenstedt und unweit Jerxheim (1) Kalisalze von einer Mächtigkeit, die bei genügender Ausdehnung die Anlage eines Bergwerkes und einer Verarbeitungsstätte rentabel erscheinen liessen.
Man trat unverzüglich mit dem Staat bezüglich des Erwerbes der Abbaurechte in Verhandlungen ein, die zügig und günstig gediehen. Nachdem der Landtag seine Zustimmung erteilt hatte, wurde der Kauf im März 1911 perfekt.
Unter Leitung des Konsortiums in Hannover wurde die „Gewerkschaft Friedrich Karl“ gebildet zur Einrichtung einer Chlor-Kalium-Gewinnung bei Jerxheim, deren Kuxo in den Handel gebracht werden sollten. Es wurden nunmehr Aufschlussbohrungen vorgenommen, und zwar direkt am Heeseberg und in 400 Meter und 4 Kilometer Entfernung vom Dorfe, auf Domänenland.
Die Gewerkschaft zeigte sich nicht gerade pressefreundlich, so nahm es nicht wunder, dass sich im Herbst 1911 beunruhigende Nachrichten mehrten; z.B. mangele es an Ergiebigkeit, die Bohrungen seien eingestellt, der Bahnanschluss sei nicht gesichert u.a.m. Infolgedessen fielen die Kurse der Kuxen langsam aber stetig, jedoch erholten sie sich rasch wieder, als im November bekannt gegeben wurde: „Die Schachtbohrung hat in 262 Meter Tiefe den etwa 76 Meter mächtigen Hauptanhydrit angetroffen und in 393 Meter Tiefe ein etwa 43 Meter mächtiges Kalilager angebohrt, das aus normalem Karnalit mit durchaus abbauwürdigem Gehalt besteht; der Chlor-Kalium-Wert beträgt bis zu 20 Prozent.“
Die Fabrikanlage sollte etwa 600 Meter südlich des Dorfes an der Ostseite der Staatsstraße Schöningen-Kybitzdamm entstehen; nach Vormessungen wurde das Areal sowohl für die Schachtanlagen, wie auch für die Fabrik und die Arbeitshäuser abgesteckt. Letztere sollten laut Vortrag mit der Gemeinde unmittelbar anschliessend an die bebauten Grundstücke errichtet werden, um das „Entstehen eines Fremdkörpers in Form einer „Arbeiter-Kolonie“ zu vermeiden.“
Mit dem Elektrizitätswerk Helmstedt wurde seitens der Gewerkschaft ein Vertrag über die Lieferung des benötigten Stromes abgeschlossen.
So schien dem Beginn der Abteufungsarbeiten und dem Bau der Fabrik und der Wohnhäuser im Frühjahr 1912 nichts mehr im Wege zu stehen. Es wurde mit einer Stamm-Belegschaft von um die 200 Personen gerechnet. Für Wirtschaft, Handel und Verkehr, aber auch für den Gemeindesäckel und damit für Alle – infolge der vom Werk zu entrichtenden Steuern – schienen rosige Zeiten bevorzustehen.
Doch nun traten unvorhergesehene Schwierigkeiten auf. Im Gegensatz zu den bisher reibungslos verlaufenen Verhandlungen gerieten die bezüglich des Bahnanschlusses und der Abwässerbeseitigung ins Stecken.
Für den unerlässlichen Anschluss an das Bahnnetz ergaben sich zwei Möglichkeiten: 1. Einleitung in die Staatsbahn, Strecke Schöningen-Jerxheim 2. 2. Einleitung in die vollspurige Nebenbahn, Strecke Schöningen Braunschweig.
Mit der Staatsbahn wurde auf folgender Grundlage verhandelt: „Zechenbahn. Linienführung: Werk- zwischen Jerxheimer- und Bruchberg nach Osten laufend – Wendung im Bogen nach Süden um Gehölz am Fusse des Heeseberges – Einleitung von Osten in den Bahnhof Jerxheim.
Mit der Nebenbahn war man auf folgender Basis im Gespräch: „Stichbahn. Linienführung: Twieflingen – Dobbeln – Jerxheim-Werk.“ Haltepunkte in letzteren Ortschaften, vorausgesetzt, diese leisten einen Zuschuss.
Für beide Projekte wurde die eisenbahnpolizeiliche Abnahme in Aussichtgestellt.
Die Verhandlungen kamen jedoch nicht zu einem Ende, weil sie nur sehr schleppend geführt wurden. Es war nämlich das ganze Werk in Frage gestellt, weil sich gegen die Ableitung der Abwässer Widerspruch erhob, der – wenn überhaupt – nur in einen langwierigen Verfahren überwunden werden konnte.
Bereits im Juli 1911 hatte die Gewerkschaft die Genehmigung zur Einleitung ihrer Abwässer, vor allem der Endlaugen von einer täglichen Verarbeitungsmenge von ca. 5000 Dz. Rohsalzen in den Grossen Graben etwa unterhalb des Kybitzdammes beantragt.
Wegen diesen Antrag wurde wegen der „Umweltverschmutzung“ Protest gelaufen und im förmlichen Genehmigungsverfahren wurden zahlreiche Einsprüche eingelegt. Unter den Gegnern des Projektes befanden sich allerdings nicht nur „Umweltschützer“, sondern auch solche, die aus grundsätzlichen Erwägungen gegen eine Industrialisierung waren. Ehe das Verfahren zum Abschluss gebracht werden konnte, brach der 1. Weltkrieg aus.
„Der Silberstreif am wirtschaftlichen Horizont“ Jerxheims verschwand im „Stahlgewitter des Krieges“.
Dies blauben Punkte auf dieser Karte sind die Stellen, an denen Erkundungsbohrungen vorgenommen worden sind.
Geologische Ergebnisse der Schachtvorbohrung Friedrich Karl, 650 m südlich von Jerxheim. (Quelle: Erläuterungen zur Geologischen Karte von Preußen und benachbarten deutschen Ländern, Preußische Geologische Landesanstalt. Lieferung 245 Jerxheim, Nr. 2163, Berlin 1927, freundlicherweise überlassen von Eckhard (Hardy) Lüders aus Wolfenbüttel.)
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Salzgewinnung bei Barnstorf
Das kleine Dorf Barnstorf – westliches Nachbardorf von Watenstedt – war im 18. Jahrhundert ein kleines Zentrum der Salzgewinnung. Die „Chronik des Dorfes Barnstorf 966 – 1991“ von Karl-Franz Brammer enthält einen ausführlichen Beitrag von Hans Wiswe mit dem Titel „Das Salzwerk zu Barnstorf“. (S. 130) Am Anfang des Textes heißt es u.a.:
„Unmittelbar am Nordrande des Dorfes Barnstorf lag in einer sumpfigen Niederung auf einer Salzberg genannten kleinen Erhebung ehedem eine kleine Saline. Nördlich davon befand sich ein Teich, der nach der Dorfbeschreibung von 1770 einen Flächeninhalt von 53 Morgen 90 Quadratruten hatte.
Nach einer Vermessung durch den Ingenieur von Holwede umfasste das Salzwerksgelände im Jahre 1743 1 Morgen 13 Quadratmeter. Zehn Jahre später gab der Vermessungsingenieur Geitel die Fläche des Salzberges in der Dorfbeschreibung mit 105 Quadratruten an, den Garten um das Haus mit 1 Morgen 26 Quadratruten. Der Salzberg wurde von der aus dem Teiche kommenden Soltau umflossen, die bei Beierstedt in den Schiffgraben mündet. Ihr Name ist das einzige, das noch heute an das Salzvorkommen erinnert. Das Gelände des ehemaligen Salzwerkes wird heute von einer Eisenbahnlinie durchquert. Befragungen ergaben, daß im Orte keine Erinnerung an die Saline mehr zu bestehen scheint.“ |